Posts mit dem Label Statistik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Statistik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. Januar 2025

Warum leben in Monaco so viele Millionäre? Die höchste Millionärsdichte der Welt

In Monaco sind über 40 Prozent der Einwohner Millionäre. Damit besitzt der kleine Stadtstaat an der Côte d’Azur die weltweit höchste Millionärsdichte.

Hintergrund: Monaco ist einer der kleinsten Staaten der Welt und gleichzeitig ein beliebter Wohnort für besonders vermögende Menschen. Laut dem World’s Wealthiest Cities Report 2025 von Henley & Partners sind mehr als 40 Prozent der Einwohner Millionäre. Das bedeutet, dass mehr als vier von zehn Menschen in Monaco über mindestens eine Million US-Dollar an investierbarem Vermögen verfügen.

Ein wichtiger Grund für diese aussergewöhnliche Millionärsdichte sind die steuerlichen Vorteile. Monaco erhebt grundsätzlich keine persönliche Einkommensteuer, wobei insbesondere für viele französische Staatsangehörige Ausnahmen gelten. Hinzu kommen die politische Stabilität, das luxuriöse Wohnumfeld und die attraktive Lage am Mittelmeer.

Die hohe Konzentration vermögender Einwohner wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt aus. Monaco gehört zu den teuersten Wohnorten der Welt. Laut Henley & Partners kosteten besonders hochwertige Wohnungen 2025 regelmässig mehr als 38.800 US-Dollar pro Quadratmeter.

Bemerkenswert ist ausserdem, dass das durchschnittliche Vermögen der Einwohner laut dem Bericht mehr als 20 Millionen US-Dollar beträgt. Monaco gilt damit als einer der exklusivsten Wohnorte für wohlhabende Menschen weltweit.

Quelle:
Henley & Partners (2025) – The World's Wealthiest Cities in 2025

Freitag, 5. April 2019

Verbrennt Kopf-an-die-Wand-Schlagen wirklich 150 Kalorien pro Stunde?

Die oft zitierte Zahl von 150 Kalorien pro Stunde taucht tatsächlich in einer MIT-Dissertation von 1999 auf. Als wissenschaftlich gemessener Wert ist sie jedoch nicht ausreichend belegt.

Hintergrund: Die kuriose Behauptung, man verbrenne beim wiederholten Schlagen des Kopfes gegen eine Wand 150 Kilokalorien pro Stunde, wird seit Jahren auf Faktenseiten verbreitet. Interessanterweise lässt sich die Zahl tatsächlich in einer wissenschaftlichen Quelle finden.

In seiner MIT-Dissertation über tragbare Computer führte Thad Starner 1999 eine Tabelle zum Energieverbrauch verschiedener Tätigkeiten auf. Darin stehen unter anderem Schlafen mit 70, Sitzen mit 100, Spazieren mit 140 – und „banging head against wall“ mit 150 Kilokalorien pro Stunde.

Allerdings wird für diesen ungewöhnlichen Eintrag keine konkrete Messung beschrieben. In einer früheren wissenschaftlichen Veröffentlichung Starners findet sich eine nahezu identische Tabelle sogar ohne diesen Eintrag. Die Zahl sollte deshalb nicht als gesicherter medizinischer oder sportwissenschaftlicher Messwert dargestellt werden.

Zudem beziehen sich solche Angaben auf den gesamten Energieverbrauch während einer Stunde und nicht auf 150 zusätzlich verbrannte Kalorien. Vor allem aber sind wiederholte Schläge gegen den Kopf gefährlich: Sie können Gehirnerschütterungen und andere Kopfverletzungen verursachen.

Quellen:
Thad Starner (1999), MIT – Wearable Computing and Contextual Awareness
https://wearables.cc.gatech.edu/publications/starner-phd/main.html


Mittwoch, 29. August 2018

220'000 Masskrüge: Der unglaubliche Souvenirklau auf dem Oktoberfest 2006

Auf dem Oktoberfest 2006 nahmen Ordner Souvenirjägern rund 220'000 Masskrüge ab, die aus den Festzelten mitgenommen werden sollten.

Hintergrund: Masskrüge gehören zu den beliebtesten unerlaubten „Souvenirs“ vom Oktoberfest. Besonders extrem war die Zahl im Jahr 2006: Rund 220'000 Krüge wurden Besucherinnen und Besuchern abgenommen, die sie aus den Festzelten mitnehmen wollten.

Wichtig ist dabei eine kleine Korrektur: Nicht die Polizei sammelte die Krüge ein. Dafür waren vor allem die Ordner in den Zelten und an den Ausgängen zuständig. Wer einen Oktoberfest-Masskrug als Andenken mitnehmen möchte, muss einen dafür vorgesehenen Souvenirkrug kaufen.

Die 220'000 verhinderten Masskrug-Diebstähle zeigen, welche Dimension selbst ein scheinbar kleines Problem bei mehreren Millionen Oktoberfestbesuchern erreichen kann.

Quelle:
Süddeutsche Zeitung – „Oktoberfest: Die Wiesn 2006 – die Bilanz“
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/oktoberfest-die-wiesn-2006-die-bilanz-1.869025

Mittwoch, 8. April 2015

Wie gefährlich sind Kugelschreiber? Bis zu 300 Erstickungstote pro Jahr

In Deutschland sollen jährlich bis zu 300 Menschen an Einzelteilen von Kugelschreibern ersticken.

Hintergrund: Kugelschreiber wirken völlig harmlos, können aber tatsächlich zur Erstickungsgefahr werden. Besonders problematisch sind kleine Teile wie Kappen oder Clips, die beim Kauen oder Spielen mit einem Stift versehentlich verschluckt werden und die Atemwege blockieren können.

Die Aktion „Das sichere Haus“ gibt an, dass in Deutschland jährlich bis zu 300 Menschen an Einzelteilen von Kugelschreibern ersticken. Bei dieser Zahl handelt es sich allerdings um eine Schätzung und nicht um eine separat ausgewiesene amtliche Todesfallstatistik für Kugelschreiber.

Auch deshalb besitzen viele Kugelschreiberkappen ein kleines Loch. Wird eine solche Kappe versehentlich verschluckt und bleibt in den Atemwegen stecken, kann durch die Öffnung zumindest noch etwas Luft hindurchströmen. Das soll das Risiko eines vollständigen Verschlusses der Atemwege verringern.

Quelle: Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover – „Erstickungsgefahr durch Kugelschreiber“
https://www.guvh.de/presse-medien/artikel/2020/02/kugelschreiber.php

Dienstag, 31. März 2015

Wie viele Minuten Lebenszeit kostet eine Zigarette?

Pro gerauchte Zigarette verkürzt sich die Lebenserwartung statistisch gesehen im Durchschnitt um rund 20 Minuten.

Hintergrund: Wie viel Lebenszeit eine einzelne Zigarette tatsächlich kostet, lässt sich natürlich nicht für einen einzelnen Menschen exakt berechnen. Die Zahl ist eine statistische Schätzung, die aus dem Unterschied in der Lebenserwartung von Rauchern und Nichtrauchern sowie dem durchschnittlichen Zigarettenkonsum abgeleitet wird.

Eine bekannte Berechnung aus dem Jahr 2000 kam noch auf rund 11 Minuten verlorene Lebenszeit pro Zigarette. Eine neuere Auswertung von Forschenden des University College London schätzt den durchschnittlichen Verlust inzwischen auf etwa 20 Minuten – rund 17 Minuten bei Männern und 22 Minuten bei Frauen.

Die Zahl bedeutet also nicht, dass jede einzelne Zigarette einem Menschen genau 20 Minuten seines Lebens nimmt. Sie soll vielmehr veranschaulichen, wie stark sich langjähriges Rauchen statistisch auf die Lebenserwartung auswirkt.

Quelle:
Jackson, Jarvis & West (2025): „The price of a cigarette: 20 minutes of life?“ – Addiction

Montag, 30. März 2015

Sind 23 % aller Kopierer-Schäden wirklich Hintern-Kopien?

Die Behauptung, dass 23 % aller Schäden an Kopiergeräten durch Menschen entstehen, die ihren nackten Hintern kopieren, ist weit verbreitet – belegt ist diese Zahl allerdings nicht.

Hintergrund: Die Zahl von 23 Prozent taucht seit vielen Jahren in Sammlungen mit kuriosen Fakten auf. Eine nachvollziehbare Originalquelle oder eine entsprechende Statistik eines Kopiererherstellers lässt sich dafür allerdings nicht finden.

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Geschichte trotzdem nicht: Wer sich auf die Glasplatte eines Kopierers setzt, belastet ein Bauteil, das dafür nicht vorgesehen ist. Hersteller warnen ausdrücklich davor, starken Druck auf das Vorlagenglas auszuüben oder schwere Gegenstände darauf fallen zu lassen, da die Glasplatte beschädigt werden und Verletzungen verursachen kann.

Dass Menschen versucht haben, Körperteile zu kopieren, dürfte also durchaus vorgekommen sein. Die genaue Behauptung, dass dadurch 23 Prozent aller Kopiererschäden weltweit entstehen, sollte aber eher als kurioser Internetmythos verstanden werden.

Quelle:
Canon – imageCLASS User Guide, Sicherheitshinweise zum Vorlagenglas

Sonntag, 22. März 2015

Sektkorken oder Giftspinnen: Was ist wirklich gefährlicher?

Sektkorken können schwere Verletzungen verursachen, während tödliche Spinnenbisse äusserst selten sind.

Hintergrund: Ein herausschiessender Sekt- oder Champagnerkorken wirkt harmlos, kann aber erstaunlich gefährlich werden. In einer verschlossenen Flasche herrscht hoher Druck, sodass ein Korken beim Öffnen mit grosser Geschwindigkeit herausschiesst. Besonders häufig sind Verletzungen am Auge. Medizinische Studien dokumentieren dabei unter anderem Blutungen im Auge, Netzhautschäden und in schweren Fällen bleibende Sehbeeinträchtigungen.

Bei giftigen Spinnen sieht die Situation anders aus, als ihr Ruf vermuten lässt. Zwar können einzelne Arten für Menschen gefährlich sein, tödliche Spinnenbisse sind in Ländern mit guter medizinischer Versorgung jedoch sehr selten. In Australien beispielsweise wurde seit 1979 kein bestätigter Todesfall durch einen Spinnenbiss mehr registriert.

Für die konkrete Behauptung, dass weltweit jedes Jahr mehr Menschen durch Sektkorken als durch giftige Spinnen sterben, lässt sich allerdings keine belastbare Statistik finden. Der Vergleich wird im Internet häufig als kurioser Fakt verbreitet, ist aber nicht ausreichend belegt. Gut dokumentiert ist dagegen, dass Sektkorken schwere Verletzungen verursachen können und tödliche Spinnenbisse ausgesprochen selten sind.

Quellen:
Kuhn et al. (2004): „Serious eye injuries caused by bottles containing carbonated drinks“. British Journal of Ophthalmology, 88, 69–71.

Australian Museum: „Spider facts“