Das isländische Parlament Althing wurde bereits im Jahr 930 gegründet und zählt damit zu den ältesten Parlamenten der Welt. Allerdings wurde es 1800 aufgelöst und erst 1845 wieder einberufen.
Hintergrund: Island besitzt eine der ältesten parlamentarischen Traditionen der Welt. Bereits im Jahr 930 gründeten die damaligen Bewohner der Insel das Althing (Alþingi), eine Versammlung auf der Thingvellir-Ebene, etwa 40 Kilometer östlich der heutigen Hauptstadt Reykjavík.
Dort trafen sich jedes Jahr die führenden Häuptlinge Islands, um Gesetze zu beschliessen, Streitigkeiten zu schlichten und wichtige Entscheidungen für die Gemeinschaft zu treffen. Die Versammlungen dauerten ursprünglich etwa zwei Wochen und konnten von freien Männern besucht werden.
Allerdings entsprach das Althing noch keiner Demokratie im heutigen Sinne. Die politische Macht lag vor allem bei den einflussreichen Häuptlingen, während grosse Teile der Bevölkerung von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen waren.
Auch blieb das Parlament nicht ununterbrochen bestehen. Nachdem Island unter norwegische und später dänische Herrschaft geraten war, verlor das Althing zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 1800 wurde es schliesslich aufgelöst.
Erst 1845 trat das wiedererrichtete Althing in Reykjavík zusammen. Zunächst hatte es lediglich eine beratende Funktion, bevor es 1874 erneut gesetzgeberische Befugnisse erhielt.
Heute ist das Althing das demokratisch gewählte Parlament Islands. Seine Ursprünge reichen damit über 1.000 Jahre zurück, auch wenn sich seine Aufgaben und Befugnisse im Laufe der Geschichte grundlegend verändert haben.
Quelle:
Isländisches Parlament (Althingi) – The History of Althingi
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