Nein: Für ein Gesetz in Siena, das Frauen mit dem Vornamen Maria die Prostitution verbietet, gibt es keinen belastbaren Nachweis. Die Geschichte gehört sehr wahrscheinlich zu den zahlreichen erfundenen „kuriosen Gesetzen“.
Hintergrund: Die Behauptung, Frauen mit dem Vornamen Maria dürften in Siena nicht als Prostituierte arbeiten, wird auf verschiedenen Listen mit angeblich kuriosen Gesetzen verbreitet. Eine seriöse historische oder rechtliche Quelle dafür lässt sich jedoch nicht finden.
Das aktuelle Polizeireglement der Stadt Siena enthält tatsächlich Vorschriften zur Prostitution. Verboten ist dort unter anderem, im öffentlichen Raum eindeutig sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung anzubieten oder solche Angebote anzubahnen. Eine Sonderregel für Frauen namens Maria gibt es nicht.
Historisch gab es in Siena durchaus besondere Vorschriften für Prostituierte. So wurde ihre Tätigkeit bereits vor Jahrhunderten in bestimmten Strassen und insbesondere in der Nähe religiöser Einrichtungen eingeschränkt. Dass dabei der Vorname Maria eine Rolle gespielt hätte, ist jedoch nicht belegt.
Quelle:
Comune di Siena – Regolamento di Polizia Urbana, Art. 35
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen